Christoph Breidler

Komponist und Dirigent

Dirigent und Komponist

Herzlich Willkommen

Christoph Breidler ist Komponist, Dirigent und künstlerischer Co-Leiter von ensemble unitedberlin. Kunst und Musik sind für ihn Rätsel, deren Kraft in ihrer Vieldeutigkeit liegt.

Komponieren und Dirigieren heißen für ihn, dem Geheimnis eine Form zu geben.

Was geschieht zwischen dem, was wir wollen, und dem, was wir tun?

Biographie

Dirigent und Komponist

Christoph Breidler ist Dirigent und Komponist. Im Zentrum seiner Arbeit steht das Musiktheater – und die Frage, wie Musik, Stimme und Szene menschliches Handeln in seiner Widersprüchlichkeit erfahrbar machen können.

Ihn interessieren die Momente, in denen Menschen Entscheidungen treffen: wenn Denken, Empfinden und Handeln auseinanderfallen und etwas geschieht, dessen Konsequenzen nicht vorhersehbar sind. Musik besitzt für ihn dabei eine besondere Kraft. Sie kann unmittelbar und sinnlich wirken, ohne eindeutig zu werden.

Als Komponist entwickelt Breidler solche Situationen aus Musik, Text und Szene; als Dirigent sucht er nach der inneren Mechanik eines Werkes und danach, wie seine Wirkung im Augenblick der Aufführung entstehen kann. Beide Perspektiven prägen einander.

Breidler ist Studienleiter und Dirigent an der Komischen Oper Berlin und seit 2024 gemeinsam mit Andreas Bräutigam künstlerischer Leiter des ensemble unitedberlin. Seine Arbeit verbindet Musiktheater, zeitgenössische Musik und die kontinuierliche Auseinandersetzung mit der Frage, was Musik auf der Bühne bewirken kann.

Für eine gewisse Zeit wird die Welt auf der Bühne dringlicher als die Welt außerhalb des Theaters.

Aktuelle Konzerte


Wirkung und Ambivalenz

Mich interessiert der Mensch im Moment des Handelns.

Warum denken wir das eine, fühlen etwas anderes und tun schließlich etwas Drittes? Was bringt uns dazu, eine Entscheidung zu treffen – und was geschieht, wenn ihre Konsequenzen ganz andere sind als die, die wir erwartet haben?


Musik kann diese Widersprüche erfahrbar machen, ohne sie aufzulösen. Darin liegt für mich ihre besondere Kraft. Sie besitzt ein enormes emotionales Potential und bleibt zugleich ambivalent. Ein Klang kann verschiedene Menschen unmittelbar berühren, ohne ihnen vorzuschreiben, was sie dabei empfinden sollen.


Im Musiktheater treffen diese Ambivalenz der Musik und die Konkretheit menschlichen Handelns aufeinander. Text, Stimme, Körper, Musik und Szene können sich gegenseitig bestätigen – oder einander widersprechen. Gerade in diesen Zwischenräumen entsteht für mich Theater.
Ein Werk muss deshalb nicht alles erklären. Aber es muss etwas wollen. Es muss eine Haltung, eine Notwendigkeit, eine Wirkmächtigkeit besitzen.

Im besten Fall entsteht ein Moment, in dem wir aufhören, die einzelnen Mittel wahrzunehmen. Für eine gewisse Zeit wird die Welt auf der Bühne dringlicher als die Welt außerhalb des Theaters.

Eine Partitur für das Musiktheater ist nicht das Ende eines kompositorischen Prozesses. Sie ist der Anfang einer Begegnung.

Die offene Partitur

Musiktheater entsteht erst, wenn Musik auf Sprache, Körper, Raum, Licht und Szene trifft. Keine dieser Ebenen sollte lediglich illustrieren, was eine andere bereits erzählt. Sie brauchen ihren eigenen Raum – und die Freiheit, einander zu ergänzen oder zu widersprechen.

Deshalb muss sich auch eine Partitur verändern können. Im Probenprozess zeigt sich, was auf der Bühne trägt, was zu viel erklärt, wo Musik Raum schaffen muss und wo etwas geschärft werden kann. Die Erfahrungen der Sänger:innen, Musiker:innen und des Regieteams werden Teil dieses Prozesses.

Das bedeutet nicht Beliebigkeit. Im Gegenteil: Je offener der Prozess, desto klarer muss die Frage sein, worum es in einer Situation eigentlich geht.

Entscheidend ist für mich deshalb nicht, eine Partitur gegen jede Veränderung zu verteidigen. Entscheidend ist, gemeinsam jene Form zu finden, in der Musiktheater seine größtmögliche Unmittelbarkeit entfalten kann.

Werke

Seit 2019 wird Christoph Breidler vom Verlag Neue Musik vertreten. 


Verlag Neue Musik GmbH 
Grabbeallee 15
13156 Berlin
Germany

Musiktheaterwerke

Der kleine Drache Immerheiß

Musiktheater für zwei Sänger*innen, drei Instrumentalist*innen und Schepperschuppen
Libretto von Susanne F. Wolf (2026)

Auftragswerk der Philharmonie Luxembourg und des Festivals rainy days

Der Stieglitz von Steglitz

Ein musikalisches Erzähltheater für einen Schauspieler und drei Instrumentalist*innen
Libretto von Susanne F. Wolf (2024)

Auftragswerk des Bezirksamts Berlin Steglitz-Zehlendorf

Malka Mai

Jugendoper
Libretto von Julia Jordà Stoppelhaar nach dem gleichnamigen Roman von Mirjam Pressler (2023/24)

Auftragswerk der Landesbühnen Sachsen

Der Berggeist vom Schöckl

Miniatur-Erzähloper in zwei Teilen
Libretto von Susanne F. Wolf (2023/24)

Auftragswerk der Oper Graz in Zusammenarbeit mit der Kunstuniversität Graz

paradies spielen

(abendland. ein abgesang)
teil 3 der klimatrilogie paradies spielen
Musiktheater nach dem gleichnamigen Theaterstück von Thomas Köck (2021/22)

Orchesterwerke

Spiel

für sechssaitigen Kontrabass und Orchester (2019)

Wuhan Sinfonietta

für Orchester und Sampler (2018)

Silhouette

Ouvertüre für Orchester (2018)

Fasern

für Orchester (2011/12)

Kammermusik

Geflecht

für Violine, Violoncello und Live-Elektronik (2014/2021)

Graffiti

für Ensemble und Live-Elektronik (2020/2021)

Wal- und Gelsengesang

für sechssaitigen Kontrabass und Live-Elektronik (2019)

Graphit

7 Lieder für Mezzosopran oder Bariton, Klavier und Sampler nach Gedichten von Marcel Beyer 
oder für Mezzosopran oder Bariton und Klavier (2017-2019)

Staub

für Ensemble (2012)

Schlussgesang

für Flöte und Klarinette (2010)

Neun Sachen

für Akkordeon und Cembalo (2009)

Erstarrung

für Violine und Klavier (2008)

Conncetions

Elektroakustische Studie für 1331 Sinustongeneratoren [fixed Media] (2005-2007)

Solowerke

Music for J.

für Kontrabass solo (2019)

Schnee

für Violoncello solo (2015)

Flageoletttanz

für Violoncello solo (2012)

GESTAUBT – sur le nom de Haydn

für Klavier solo (2009)

KongXin

für Guqin [chinesische Griffbrettzither] solo (2008)

Die Partitur ist nicht das Ende. Sie ist der Anfang einer Begegnung.

Partituren

Ausschnitte

Rezensionen

Malka Mai

Mit „Malka Mai“ hat der österreichische Komponist Christoph Breidler eine Mutter-Tochter-Beziehung vertont, die man komplexer und dennoch menschlicher nicht hätte darstellen können.
[…]
Das Libretto [von Julia Jordá Stoppelhaar] packt die Geschichte rund um Malka und ihre Mutter in einerseits zerbrechliche und andererseits starke, beinahe unzertrümmerliche Worten. Nicht selten stockt dem Publikum dabei der Atem. Diese Wirkung des Textes wird verstärkt durch die kluge und den (nur zwei!) Figuren gegenüber unglaublich wertschätzende Regie von Mien Bogart, der auch für das Bühnenbild verantwortlich zeichnet.

[…] die Größe der Komposition und die innigen Momente entstehen aus dem Ungreifbaren und dem Unsagbaren. Der Komponist gönnt dem Publikum kein Aufatmen, keinen Moment der Fassung – nur ein Millionstel eines Bruchteils des Gefühls, das zahllose Menschen während dieser Zeit in der Realität erlebt haben, und doch hält der Zuhörer das schon fast nicht aus. Die Intensität der Farben, die Klangdichte und die weder “anstrengende” noch “unverständliche” Sprache von Breidlers Musik machen den Abend zu einem, an dem man versteht, dass zu dieser be- und erdrückenden Thematik zu viel von dem, was gemeinhin als “schöne Musik” aufgefasst wird, einfach nicht passend wäre. 
[…]

Musik in Dresden am 19. Mai 2024:
Vom Unsichtbar-Sein und Gesehen-Werden
von Irina Maria Antesberger

Pierrot Lunaire

Die Diseuse und Tatortkomissarin Dagmar Manzel triumphiert an Berlins Komischer Oper mit zwei Einaktern von Samuel Beckett und Arnold Schönbergs Monodram „Pierrot Lunaire“.
[…]
Geige, Bratsche, Cello, Klavier mit je zwei Klarinetten und Flöten, mehr braucht es nicht, um Schönbergs bizarr gelenkige Musik zum Klangwunder zu machen, und der junge Kapellmeister Christoph Breidler feuert Instrumentalisten der Komischen Oper beschwörend an, ihr Können in Rhythmuspräzision mit Geist zu überführen. 
[…]

Süddeutsche Zeitung am 6. Oktober 2020:
Mondestrunkener Clown
von Wolfgang Schreiber 

[…] 
Denn nun kommen, von Christoph Breidler souverän und mit uneitel dienender Präzision koordiniert, fünf Musiker des Hausorchesters dazu. Man darf sie, nach halbjähriger Spielpause, vielleicht als eine Art Vorkommando betrachten – wie die ganze Aufführung als Präludium weiterer Aktivitäten. Und wenn man weiß, was alles bei dem Schönberg’schen „Pierrot“ Kammerensemble verschlunzt und versabbert werden kann, dann war die wach-transparente, geradezu elegante Darbietung des Quintetts ein hoffnungsvolles Vorzeichen für alles weiter Kommende.
Dies auch in der Art, wie die Musiker ihre Vokalpartnerin weniger auf Händen trugen als freundschaftlich-fürsorglich in ihre Mitte nahmen. 
[…]

Frankfurter Allgemeine Zeitung am 2. Oktober 2020:
Ganz ist die Oper nur als Fragment
von Gerald Felber

Zahlen über Christoph Breidler

Musiktheaterwerke/Opern

5

Dirigierte Uraufführungen

70

Die neuesten Blog-Beiträge von Christoph Breidler

Warum ich ohne Aribert Reimann nie eine Oper geschrieben hätte

In den letzten Monaten beschäftigte ich mich intensiv mit[…]

Der Kleine Drache Immerheiß – Partitur fertig!

/ Endlich, die Partitur des „Kleinen Drachen“ ist fertig![…]

Kontakt

Christoph Breidler

Friedrich-Engels-Str. 2
13156 Berlin
GERMANY